sozial Media
Das Thema „Artenreiches Grünland“ ist in der VFD-SAAR e. V. ein wichtiges Thema, denn es ist das Grundnahrungsmittel für die Pferde, sowohl im Sommer auf der Weide als auch im Winter als Heu. So freute sich der Vorstand, dass Jens Michel von der saarländischen Landwirtschaftskammer als Referent zu diesem Thema gefunden wurde. Zu Beginn erklärte er, dass es im Saarland einen höheren Anteil an Grünland gibt als im Bundesdurchschnitt. Und besonders erfreulich ist, dass viele schützenswerte Grünflächen vorhanden sind, die besonders artenreich sind. Ca. 74024 Hektar werden landwirtschaftlich genutzt und 10,2 % dieser Fläche sind FFH-Flächen (Fauna-Flora-Habitatgebiete), also Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz.
Ja, und warum ist es überhaupt wichtig, gewisse Kenntnisse über die verschiedenen Pflanzen zu haben? Ganz einfach: weil wir als Pferdehalter vor allem Giftpflanzen erkennen müssen, aber auch die Einschätzung des Futterwertes ist wichtig. Verschiedene Pflanzen lassen Rückschlüsse auf die Bodenverhältnisse zu. So weist z. B. der knollige Hahnenfuß auf trockene Böden hin, Mädesüß ist ein Feuchteanzeiger und Wiesenschaumkraut ein Anzeiger für Wechselfeuchte. Eine optimale Zusammensetzung des Grünlandes mit ca. 70 % Gräsern, 20 % Kräutern und 10 % Leguminosen wäre erstrebenswert für die Pferdehaltung, ist aber leider nicht immer zu erreichen.
Besondere Anforderungen werden an Stand-Weideflächen gestellt, die dauerhaft von Pferden beweidet werden. Hier ist die Trittbelastung nämlich besonders hoch. Jens Michel stellte noch die verschiedenen Weidekonzepte vor wie Standweide, Koppelweide, Umtriebsweide und Portionsweide. Bevor er dann zu den Giftpflanzen überschwenkte erklärte er noch die Gründe, die zur Verunkrautung beim Dauergrünland führen können wie Überbeweidung, unterlassene Nachmahd, Pferdeäpfel und überständige Bestände im Herbst. Dann stellte er verschiedene unerwünschte Pflanzen bzw. Giftpflanzen vor und Möglichkeiten, deren Bestände auf der Weide ohne Einsatz der Giftspritze zu reduzieren. Leider gibt es hier für das sich immer mehr ausbreitende Jakobskreuzkraut nur wenig Möglichkeiten außer schweißtreibendes Ausgraben der Pflanzen. Und wahrscheinlich ist auch deshalb dieses Teufelskraut immer mehr auf dem Vormarsch.
Es war ein kurzweiliger informativer Vortrag und im Anschluss wurden noch spezielle Fragen der Besucher beantwortet. Der praktische Teil dieser Veranstaltungsreihe findet am 11.6. mit einer Feierabendexkursion in der Nähe von Steinbach bei Lebach statt. Dr. Andreas Bettinger wird uns dann in die Natur begleiten und gibt Hinweise zur Bedeutung verschiedener Nutz- und Heilpflanzen.
Wenn ihr an der Grünlandexkursion teilnehmen möchtet, dann fordert unter presse@vfd-saar eine Ausschreibung an. Beide Veranstaltungen werden finanziell unterstützt von unserem Versicherungspartner Schütz und Thies, bei dem die Mitglieder der VFD ihre Pferde zu besonders günstigen Konditionen versichern können.
Christiane Claus, Pressesprecherin der VFD-SAAR e. V.




