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VFD-Praxistests
2011
Jährlich
testen wir viele Ausrüstungsgegenstände, die für Gelände- und
Wanderreiter nützlich sein können. Alle Utensilien, die unsere
harten Testkriterien während der Wanderreitsaison von April bis
November eines Jahres überstehen, stellen wir Euch an dieser Stelle
vor.
Sattel
„ENDURANCE EXCLUSIV“ von Pioneer, Italien
Für
diesen Satteltest habe ich ganz bewusst keinen Sattel ausgesucht, der
speziell fürs Wanderreiten konzipiert wurde. Denn nur wenige unserer
Mitglieder sind häufig mit vollem Wanderreitgepäck auf Tour. Die
meisten reiten sowohl im Gelände als auch in der Bahn und brauchen
hierfür einen dressurtauglichen Geländesattel. Diese
Voraussetzungen schien der „Endurance exclusiv“ zu erfüllen.
Ich
nahm mit der Herstellerfirma PIONEER in Italien Kontakt auf, was in
Englisch per E-Mail erst einmal recht schwierig war. Dennoch konnten
wir trotz Sprachbarriere und weiter Entfernung die passende
Kammerweite für mein Pferd ermitteln. Beim Auflegen des Sattels
stellte ich dann fest, dass lediglich das Polster dem Pferderücken
angepasst werden musste. Da der Sattel wollgefüllt ist, war das
Anpassen bei einem unserer saarländischen Sattler kein Problem. Die
Auflagefläche des Wollpolsters ist sehr groß, dadurch kann der
Sattel aber auch für ganz kurze Pferde zu lang sein. Es gibt
unterschiedliche Kammerweiten, aber nur eine Sitzgröße, die
Kleidergröße 36 – 44 abdeckt. Am Sattel sind mehrere nicht
rostende Ösen zum Befestigen von kleinem Wanderreitgepäck und des
Vorderzeuges. Damit der Sattel ruhig auf dem Pferderücken liegt, ist
er mit einer Dreipunktgurtung ausgestattet, er wird mit Kurzgurt
geritten. Eine Besonderheit ist der Schnitt des Sattelblattes, es ist
etwas schmaler als bei normalen Sätteln, aber breiter als Fender.
Die großen Pauschen geben besonders beim Bergabreiten einen super
guten Halt. Aber auch bei der Bahnarbeit liegt das Bein hier ganz
ruhig an. Der Steigbügelriemen ist im Sattelblatt verankert, an
dessen unterem Ende wird dann an einer Öse ein ganz kurzer
Steigbügelriemen befestigt. Diese gibt es in unterschiedlichen
Längen, je nach Größe des Reiters. Fürs Geländereiten ist der
Sattel dann noch mit breiten, griffigen Steigbügeln ausgerüstet.
Von
Anfang an hatte ich ein super gutes Sitzgefühl im Sattel, dessen
Sitz halb tief geformt und super weich gepolstert ist. Erstaunlich
ist sein minimales Gewicht von nur 5 Kilo, was mir beim Satteln sehr
entgegen kommt. Für die täglichen Ausritte wurde der Sattel während
der Sommersaison genutzt und ausgiebig getestet. Die Lederqualität
und die Verarbeitung des Sattels sind sehr gut, man sieht ihm nach
mehr als einem halben Jahr die Nutzung nicht an. Das Testpferd lief
zufrieden mit dem Sattel und der Rücken hat sich gut entwickelt. Zur
Sattellieferung gehört ein farblich passender, qualitativ sehr
hochwertiger Lederkurzgurt. Den Sattel gibt es in den
unterschiedlichsten Farben und Farbkombinationen: schwarz,
dunkelbraun, hellbraun, bordeaux, grau, blau, rot, grün, gelb. Ich
habe einen rot/schwarzen Sattel, d. h. die Sattelblätter sind
leuchtend rot, ebenso der Ledergurt. Die Firma PIONEER hat zum Sattel
noch eine passende Wanderreittrense (mit ausschnallbarem Gebissteil)
und ein Vorderzeug aus Biothane zur Verfügung gestellt. Sofort fiel
mir die sehr gute Verarbeitung der beiden Gegenstände auf. Alle
Metallteile sind aus stabilem, nicht rostendem Material – alles
kann einfach unter einem Wasserstrahl abgewaschen werden. Vorderzeug
und Trense sind tägliche Begleiter auf allen meinen Ritten. Die
Wanderreittrense wird in den Größen Full, Cob und Pony angeboten.
Das Vorderzeug ist in der Größe mehrfach verstellbar und wird durch
eine ausschnallbare Martingalgabel komplettiert. Zum bunten Sattel
gibt es die Wanderreittrense und das Vorderzeug aus Biothane in den
Farben Gelb, grün, blau und rot. Die Preise sind wie folgt: Sattel
„Endurance Exclusiv“ 898,00 €, Leder-Kurzgurt 49,90 €,
Vorderzeug Biothane 79,00 €, Wanderreittrense Biothane incl. Zügel
99,90 €
Weitere
Infos hierzu gibt es im Internet unter www.pioneerhorseline.com.
In Deutschland werden die Artikel vom PHF-Store www.phf-store.de
(sh. Anzeige) vertrieben, dort erhalten VFD-Mitglieder einen
Preisnachlass von 10 % auf Pioneer-Artikel.
Christiane
Claus und das Testteam
Tekna
Sattel der Firma USG
Zur
Verfügung gestellt von Helena Lehnert
Vielseitigkeitssattel
mit geteilten Kissen
Ich
habe im vergangenen Jahr den Tekna Sattel auf 3 verschiedenen Pferden
im Langzeittest geritten.
Er
hat sich ausgezeichnet durch eine gute Passform. Da er über einen
sehr breiten Wirbelkanal und schöne breite Kissen verfügt, hat er
auf den verschiedenen Pferden gut gelegen. Am längsten habe ich ihn
auf einem meiner Schulpferde, dem Welschpony „Slash“ getestet. Er
ist 135cm groß und hat eine sehr schwierige Sattellage, da er in den
Schultern sehr steil ist und im hinteren Rückenbereich immer breiter
wird. Außerdem ist er etwas überbaut in der Kruppe und daher haben
die meisten Sättel die Tendenz gehabt, ihm auf die Schultern zu
rutschen. Dieses Problem wird auch noch durch seine schlechte
Gurtlage begünstigt. Er hat einen sehr kurzen Rücken, daher kommen
die meisten Sättel für ihn überhaupt nicht in Frage. Es ist sehr
schwierig für ihn einen passenden Sattel zu finden. Der Tekna passte
ihm nun die ganze Testphase, d.h. über den Sommer sehr gut und saß
auch ohne Schweifriemen. Die besondere Art der Gurtung (V-Gurtung und
eine Gurtstrippe direkt unterhalb des Kopfeisens ) hat den Sattel
stabil auf dem runden Rücken gehalten. Er rutschte auch beim
Aufsteigen nicht. Der Sattel ist sehr bequem und gut für
Freizeitreiter geeignet, die auf dem Reitplatz und im Gelände reiten
möchten. Die Materialien aus denen der Sattel gefertigt ist, sind
sehr robust, vergleichbar dem Wintec-Sattel aber noch etwas stabiler.
Einfach mit einem feuchten Lappen drüberwischen, reicht als
Pflegemaßnahme. Das hat sich vor allem beim meinen jungen
Reitschülern sehr bewährt, da die Füße hier oft Kontakt mit dem
Sattelblatt hatten. Er hat abnehmbare Pauschen. Vom Sattler kann man
das Kopfeisen weiten lassen. Von daher ist er relativ flexibel auf
viele verschiedene Pferde anzupassen. Auf mich hat der Sattel einen
sehr guten Eindruck gemacht. Er ist optimal für Leute, die einen
Kompromiss zwischen ihrem Geldbeutel und dem Komfort des Pferdes
finden möchten. Gute Qualität für wenig Geld!
Detailliertere
Infos bei Helena Lehnert, Sattlermeisterin
(Kontaktdaten
siehe Werbeanzeige im Jahrbuch)
Jenny
Becker
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