Freitag, 18. Mai 2012

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VFD-Saar

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Nachbericht:Pferdeparasiten effektiv bekämpfen Drucken
Geschrieben von: Katja Wörner   

von Dr. Jürgen Bartz

p1010136.jpgEinen äußerst interessanten und fachkundigen Vortrag zum Thema Endoparasiten beim Pferd konnten wir am 26. Februar erleben.

Dr. Jürgen Bartz von der Firma Virbac wies zunächst auf die Unterteilung der Parasiten in Rundwürmer, Bandwürmer und Magendasseln hin, wobei erstere und zweitere jeweils mehrere Unterarten aufweisen.

Anschließend erläuterte der Referent anschaulich die Entwicklungsstadien der verschiedenen Parasitenarten, die sehr unterschiedlich verlaufen. So bedienen sich z. B. Bandwürmer im Gegensatz zu anderen Arten im Lauf ihrer Entwicklung eines Zwischenwirtes.

Hervorzuheben ist, dass man, obwohl der Referent Mitarbeiter der Firma Virbac ist, zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hatte, man befinde sich auf einer „Kaffeefahrt“. So stellte Herr Dr. Bartz keine Produkte aus seinem Haus vor und erläuterte vielmehr anhand objektiver Kriterien die optimale Entwurmungspraxis. Grundsätzlich ist demnach eine vier- bis fünfmalige Entwurmung pro Jahr ratsam, wobei es maßgeblich auf den Zeitpunkt der jeweiligen Wurmkur ankommt. Ein häufigeres Entwurmen, beispielsweise alle vier bis sechs Wochen, wie es mancherorts praktiziert wird, ist nicht anzuraten, da dadurch u. a. Resistenzen gefördert werden.

Herr Dr. Bartz wies in diesem Zusammenhang auch auf Studien hin, wonach es geboten sein kann, nicht bei jedem Entwurmungstermin den kompletten Pferdebestand zu behandeln, sondern ein besonders kräftiges bzw. nachgewiesenermaßen nicht stark befallenes Tier von der Behandlung auszunehmen und damit zur Vermeidung von Resistenzen für die Parasiten ein zeitweises „Refugium“ zu schaffen.

Der Referent wies weiterhin darauf hin, dass bei einer optimalen Haltung die Häufigkeit der Wurmkur gegebenenfalls reduziert werden kann. Insofern kann es sinnvoll sein, den konkreten Parasitenbefall durch die Untersuchung von Kotproben feststellen zu lassen. Herr Dr. Bartz wies jedoch darauf hin, dass ein Befall mit Bandwürmern anhand von Kotproben nicht zuverlässig nachzuweisen ist.

p1010138.jpgHauptkriterium für eine optimale Haltung ist eine größtmögliche Stall- und Weidehygiene mit regelmäßigem Abäpfeln. Vermieden werden sollten Matratzenstreu und das Abschleppen der Weiden, da dadurch der Dung auf der gesamten Weidefläche verteilt wird und die Pferde regelrecht gezwungen werden, mit Dung verunreinigtes Gras aufzunehmen. In diesem Zusammenhang ist auch darauf zu achten, dass eine Düngung der Wiesen nur mit abgelagertem Mist erfolgen darf, wobei Kuhmist gegenüber Pferdemist der Vorzug zu geben ist. Als effektive Methode gegen einen Befall mit Dassellarven kommt die mechanische Entfernung der Eier von dem Pferdefell in Betracht, wobei darauf zu achten ist, dass das Entfernen mindestens alle zwei bis drei Tage erfolgt.

Herr Dr. Bartz wies auf die erheblichen gesundheitlichen Folgen – bis hin zum Tod – hin, zu denen ein massiver Parasitenbefall führen kann und stellte anschließend die unterschiedlichen Wirkstoffgruppen vor, die bei der Parasitenbekämpfung eingesetzt werden. Dabei ist genau zu differenzieren, welcher Wirkstoff zu welchem Zeitpunkt verabreicht wird, um den Entwicklungszyklus der einzelnen Parasitenarten gezielt zu durchbrechen. Empfehlenswert ist es darüber hinaus, verschiedene Wirkstoffe, die auf die gleiche Parasitenart abzielen, abwechselnd einzusetzen, wobei strittig ist, ob der Wechsel jahresweise oder von Wurmkur zu Wurmkur erfolgen soll.

Zu beachten ist, dass einzelne Parasitenarten gegen bestimmte Wirkstoffe bereits Resistenzen entwickelt haben, andere Arten jedoch auf den gleichen Wirkstoff noch ansprechen.

p1010139.jpgNach dem von dem Referenten empfohlenen Entwurmungsplan für ausgewachsene Pferde sollte im Mai eine Behandlung gegen Rundwürmer erfolgen, mit den Wirkstoffen Ivermectin oder Pyrantel, gegebenenfalls auch Wirkstoffen aus der Gruppe der Benzimidazole, wobei bei letzteren auf Resistenzen zu achten ist. Im Juli sollte eine erneute Behandlung gegen Rundwürmer mit den o. g. Wirkstoffen sowie gegen Bandwürmer (Wirkstoff: Praziquantel) erfolgen. Im August/September werden die Rundwürmer erneut bekämpft und im Oktober/November erfolgt eine Behandlung sowohl gegen Rundwürmer, als auch gegen Bandwürmer und Magendasseln (Wirkstoffe: Ivermectin gegen Rundwürmer und Magendasseln sowie Praziquantel gegen Bandwürmer). Gegebenenfalls kann im Januar eine Zweit- bzw. Zwischenbehandlung gegen Magendasseln und Rundwürmer erfolgen. Auf der Prioritätenliste ganz oben ist dabei die Oktober/November-Wurmkur anzusiedeln, gefolgt von der Behandlung im Juli.

Herr Dr. Bartz empfahl eindringlich, ausschließlich für Pferde zugelassene Präparate zu verwenden und eine Unterdosierung zu vermeiden, da dies maßgeblich zur Entstehung von Resistenzen beiträgt und wies darauf hin, dass man gut beraten ist, deutsche Produkte zu verwenden und sich beim Importieren aus dem Ausland strafbar machen kann.

Alles in Allem ein äußerst gelungener Vortrag sowohl hinsichtlich der rhetorischen Qualität als auch des Informationsgehaltes. Dem Referenten noch einmal ein herzliches Dankeschön!

 

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