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Das Pferd als Spiegel der Seele –
Infotreff der VFD Saar mit Jenny Becker und Claudia Swierczek
Trotz des leicht stürmischen
Wetters versammelten sich am 29.02. zahlreiche Mitglieder und
Nichtmitglieder, um sich über das Thema „Das Pferd als Spiegel
der Seele – Persönlichkeitstraining mit Pferden“ zu
informieren, so dass die Tische nicht und die verfügbaren
Sitzgelegenheiten auch nur knapp ausreichten. Die Referentinnen waren
bis dato noch nicht in dieser Form in Erscheinung getreten, ihre
„Vor-Präsentation“ am letzten Infotreff versprach jedoch
einen interessanten Abend mit einem spannenden Thema.
Nach einer kurzen Vorstellung der
beiden Vortragenden erläuterte Jenny Becker zunächst die
evolutionären Strategien des Pferdes, vornehmlich das Leben im
Herdenverband, die sein Überleben bis in die heutige Zeit
sicherten. Anschließend beschäftigte sie sich mit den
sozialen Strukturen und dem Gesellschaftssystem des Herdenverbandes
und erläuterte, dass es beim Umgang mit dem Pferd nicht auf die
körperliche Überlegenheit ankommt, sondern auf das
Präsentieren von Führungsqualitäten, wie
beispielsweise Präsenz, Klarheit, Weitsicht, Achtsamkeit,
Willenskraft oder Intelligenz. Im Folgenden wurde anhand von
anschaulichen Beispielen erläutert, wie sich diese
Führungsqualität auch auf die Beziehung von Menschen und
Pferden auswirken, weshalb Pferde für ein
Persönlichkeitstraining besonders geeignet sind. Als
erfolgreiches historisches Pferd-Mensch-Paar wurde Alexander der
Große mit seinem Hengst Bukephalos vorgestellt, der Angst vor
seinem eigenen Schatten hatte und deshalb als unreitbar galt.
Alexander fand dies durch aufmerksames Beobachten heraus und ihm
gelang es, den Hengst von seiner Angst zu kurieren.
Im Anschluss erklärte Claudia
Swierczek den wissenschaftlichen Hintergrund zum
Persönlichkeitstraining mit Pferden. Zunächst wurden dabei
die sogenannten „Spiegelnervenzellen“ vorgestellt, die erst vor
ca. 12 Jahren von einem italienischen Wissenschaftler entdeckt wurden
und die das Phänomen der Intuition wissenschaftlich begründen.
Danach folgte die Resonanztheorie, die erläutert, wie
Spiegelnervenzellen funktionieren und dass sie nur durch lebende
Akteure aktiviert werden können. Des weiteren wurde das Optische
Aufbereitungs- und Interpretationssystem STS, das für intuitives
Handeln verantwortlich ist, mit seiner Funktionsweise und seinem
Platz im Spiegelnervensystem vorgestellt und es wurden Beispiele für
resonantes Handeln und Intuition gezeigt, die die Zuhörer gut
nachvollziehen konnten und die zu eigenen Experimenten anregten.
Den Abschluss des Vortrags bildete ein
Film, in dem gezeigt wurde, wie verschiedene Personen, die vorher
noch nichts mit Pferden zu tun hatten, mit einem von Jenny Becker
gestellten Pferd bestimmte Aufgaben lösten. Dazu wurden die
Personen befragt, wie sie ihren Erfolg einschätzen, wie sie sich
selbst im Umgang mit dem Pferd fühlen, und wie sie meinen, dass
das Pferd sich fühlt. Die Antworten auf diese Fragen lösten
im pferdeerfahrenen Publikum immer wieder Heiterkeit aus, zeigten
aber auch, wie unterschiedlich verschiedene Persönlichkeiten ein
und dieselbe Situation einschätzen. Mit zahlreichen neuen
Erkenntnissen endete so ein sehr informativer und unterhaltsamer
Abend.
Marie-Therese
Walter
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