Freitag, 18. Mai 2012

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Infektiöse Anämie der Einhufer Drucken
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Merkblatt für Tierhalter
Infektiöse Anämie der Einhufer
(ansteckende Blutarmut)

1. Was ist die infektiöse Anämie der Einhufer?

Nur Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel und Zebras sind für diese Viruserkrankung, die gewöhnlich tödlich endet, empfänglich. Menschen sind nicht gefährdet.

Die infektiöse Anämie der Einhufer ist weltweit verbreitet. Sie wird durch ein Lenti-Virus ausgelöst und führt im Überlebensfall der Tiere zu lebenslang bestehenden Infektionen. Das Virus wird über Milch, Speichel, Sperma und Urin ausgeschieden; das Blut ist virushaltig. Damit ist eine direkte oder indirekt Übertragung des Virus über diese Ausscheidungen möglich. Virusträger (infizierte Pferde, Esel usw.) und blutsaugende Insekten (vor allem Bremsen) können die Erkrankung übertragen. Die Inkubationszeit beträgt etwa zwei bis sechs Wochen. Die Krankheit verläuft akut, chronisch oder inapparent (unauffällig), wobei die klinischen Symptome je nach auftretender Form variieren.

In Deutschland traten in den letzten Jahren vereinzelte Fälle in Bayern, Thüringen, NRW und Hessen auf. Auslöser waren importierte Pferde aus Osteuropa (insbesondere Rumänien) und Russland.

2. Wie wird die infektiöse Anämie der Einhufer übertragen?

  • Über Vektoren (blutsaugende Insekten): Bremsen, Mücken und Stallfliegen.

  • Übertragung durch tierärztliche Instrumente, wie Kanülen, Thermometer, Maulgatter, Nasenschlundsonde, wenn sie nach Behandlung eines Virusträgers nicht gereinigt und desinfiziert wurden.

  • Indirekte Übertragung: von der Mutterstute auf das Fohlen, Eintritt durch gesunde und intakte Schleimhäute und Eintritt durch Wunden

3. Woran erkennt man die infektiöse Anämie der Einhufer?

Das Krankheitsbild umfasst nur allgemeine Symptome, die je nach Verlaufsform (akut, chronisch, inapparent) unterschiedlich stark ausgeprägt sind:

  • -Fieber bis zu 41°C

  • -gerötete Augen mit wässrigem Ausfluss

  • -blasse oder gelbe Schleimhäute (Anämie)

  • -punktförmige Blutungen in den Schleimhäuten, besonders am Zungengrund

  • -Konditionsverlust, Schwäche, Gewichtsverlust

  • -Schwellungen an Gliedmaßen und Bauch (Ödeme)

  • -Aborte, Unfruchtbarkeit

  • -unkoordinierte Bewegungen (Ataxien)

  • -Kolik

  • -Futterverweigerung

  • -Blut in den Pferdeäpfeln

Für die chronische Verlaufsform sind sich wiederholende Fieberanfälle und Krankheitsschübe typisch.

Tiere, die symptomlos erkranken und damit gesund erscheinen, sind lebenslang Träger des Virus und stellen eine ständige Ansteckungsgefahr für andere Equiden dar.

4. Was tun bei infektiöser Anämie der Einhufer?

Die infektiöse Anämie der Einhufer ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Tiere mit unklarer Symptomatik sollten sofort dem Haustierarzt vorgestellt werden. Bei Seuchenverdacht ist unverzüglich das zuständige Veterinäramt zu unterrichten. Dieses veranlasst weitere Maßnahmen wie Probeentnahmen bei allen Tieren des Bestandes für weitere diagnostische Untersuchungen, Einzeltierhaltung der verdächtigen Tiere, Verbringungsbeschränkungen (Teilnahmeverbot für Turniere) und Exportverbote.

Sollte das Virus nachgewiesen werden, ist das betroffene Tier zu töten. Eine Therapie oder auch Impfung ist weder möglich noch erlaubt!

5. Hinweise für Pferdebesitzer:

  •  
    • -Sauberhalten der Boxen, Stallgasse und aller dazugehörenden Räumlichkeiten,

    • -gemeinsamen Gebrauch von Sattelzeug und Bürsten vermeiden; wenn doch sollten sie nach jedem Gebrauch desinfiziert werden,

    • -Regelmäßige Entfernung von Pferdeäpfeln und Mist,

    • -Auf Weiden und Paddocks sollte kein Wasser stehen, sondern eine gute Drainage vorhanden sein,

    • -Sorgfältige Insektenkontrolle (Repellentien , erforderlichenfalls Einsatz von Insektiziden),

    • -importierte Pferde (grundsätzlich nur mit Equidenpass und negativem Test) aus gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden,

    • -Vermeiden Sie Kontakt zu Pferden unbekannter Herkunft,

    • Vor Neueinstellungen von Pferden in Betriebe oder Kauf sollten Blutuntersuchungen zum Ausschluss einer vorliegenden Erkrankung an infektiöser Anämie durchgeführt werden (Coggins-Test)

 

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