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Merkblatt für
Tierhalter
Infektiöse Anämie
der Einhufer
(ansteckende Blutarmut)
1.
Was ist die infektiöse Anämie der Einhufer?
Nur
Pferde, Esel, Maultiere, Maulesel und Zebras sind für diese
Viruserkrankung, die gewöhnlich tödlich endet, empfänglich.
Menschen sind nicht gefährdet.
Die
infektiöse Anämie der Einhufer ist weltweit verbreitet. Sie wird
durch ein Lenti-Virus ausgelöst und führt im Überlebensfall der
Tiere zu lebenslang bestehenden Infektionen. Das Virus wird über
Milch, Speichel, Sperma und Urin ausgeschieden; das Blut ist
virushaltig. Damit ist eine direkte oder indirekt Übertragung des
Virus über diese Ausscheidungen möglich. Virusträger (infizierte
Pferde, Esel usw.) und blutsaugende Insekten (vor allem Bremsen)
können die Erkrankung übertragen. Die Inkubationszeit beträgt etwa
zwei bis sechs Wochen. Die Krankheit verläuft akut, chronisch oder
inapparent (unauffällig), wobei die klinischen Symptome je nach
auftretender Form variieren.
In
Deutschland traten in den letzten Jahren vereinzelte Fälle in
Bayern, Thüringen, NRW und Hessen auf. Auslöser waren importierte
Pferde aus Osteuropa (insbesondere Rumänien) und Russland.
2.
Wie wird die infektiöse
Anämie der Einhufer übertragen?
-
Über
Vektoren (blutsaugende Insekten): Bremsen, Mücken und Stallfliegen.
-
Übertragung
durch tierärztliche Instrumente, wie Kanülen, Thermometer,
Maulgatter, Nasenschlundsonde, wenn sie nach Behandlung eines
Virusträgers nicht gereinigt und desinfiziert wurden.
-
Indirekte
Übertragung: von der Mutterstute auf das Fohlen, Eintritt durch
gesunde und intakte Schleimhäute und Eintritt durch Wunden
3.
Woran erkennt man die infektiöse Anämie der Einhufer?
Das
Krankheitsbild umfasst nur allgemeine Symptome, die je nach
Verlaufsform (akut, chronisch, inapparent) unterschiedlich stark
ausgeprägt sind:
-
-Fieber
bis zu 41°C
-
-gerötete
Augen mit wässrigem Ausfluss
-
-blasse
oder gelbe Schleimhäute (Anämie)
-
-punktförmige
Blutungen in den Schleimhäuten, besonders am Zungengrund
-
-Konditionsverlust,
Schwäche, Gewichtsverlust
-
-Schwellungen
an Gliedmaßen und Bauch (Ödeme)
-
-Aborte,
Unfruchtbarkeit
-
-unkoordinierte
Bewegungen (Ataxien)
-
-Kolik
-
-Futterverweigerung
-
-Blut
in den Pferdeäpfeln
Für die chronische Verlaufsform sind
sich wiederholende Fieberanfälle und Krankheitsschübe typisch.
Tiere, die symptomlos erkranken und
damit gesund erscheinen, sind lebenslang Träger des Virus und
stellen eine ständige Ansteckungsgefahr für andere Equiden dar.
4.
Was tun bei infektiöser Anämie der Einhufer?
Die infektiöse Anämie der Einhufer
ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Tiere mit unklarer Symptomatik
sollten sofort dem Haustierarzt vorgestellt werden. Bei
Seuchenverdacht ist unverzüglich das zuständige Veterinäramt zu
unterrichten. Dieses veranlasst weitere Maßnahmen wie Probeentnahmen
bei allen Tieren des Bestandes für weitere diagnostische
Untersuchungen, Einzeltierhaltung der verdächtigen Tiere,
Verbringungsbeschränkungen (Teilnahmeverbot für Turniere) und
Exportverbote.
Sollte das Virus nachgewiesen werden,
ist das betroffene Tier zu töten. Eine Therapie oder auch Impfung
ist weder möglich noch erlaubt!
5.
Hinweise für Pferdebesitzer:
-
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-Sauberhalten
der Boxen, Stallgasse und aller dazugehörenden Räumlichkeiten,
-
-gemeinsamen
Gebrauch von Sattelzeug und Bürsten vermeiden; wenn doch sollten
sie nach jedem Gebrauch desinfiziert werden,
-
-Regelmäßige
Entfernung von Pferdeäpfeln und Mist,
-
-Auf
Weiden und Paddocks sollte kein Wasser stehen, sondern eine gute
Drainage vorhanden sein,
-
-Sorgfältige
Insektenkontrolle (Repellentien , erforderlichenfalls
Einsatz von Insektiziden),
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-importierte
Pferde (grundsätzlich nur mit Equidenpass und negativem Test) aus
gefährdeten Gebieten sollten in Quarantäne gehalten werden,
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-Vermeiden
Sie Kontakt zu Pferden unbekannter Herkunft,
-
Vor
Neueinstellungen von Pferden in Betriebe oder Kauf sollten
Blutuntersuchungen zum Ausschluss einer vorliegenden Erkrankung an
infektiöser Anämie durchgeführt werden (Coggins-Test)
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